신학과 과학의 대화 = Dialog zwischen Theologie und Naturwissenschaft
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발행연도
2006
작성언어
Korean
KDC
200
자료형태
학술저널
수록면
107-134(28쪽)
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Das Verha¨ltnis zwischen Theologie und Na-turwissenschaft war im 19. Jarhundert und nochzu Beginn 20. Jarhunderts durch einen Konflikt gekennzeichnet. Dieser Konflikt zwischen Theo-logie und Naturwissenschaft fuhrte zu einem Streit zwischen zwei Weltanschauungen. der durch gegenseitiges Miβtrauen verursacht Wur-de. Die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Weltanschauung wandelten sich oft gegen die uberlieferte christliche Lerhre und ihre Auffa-ssung der Natur.
Die Theologie. solchermaβen herausgefordert. baute vielfache ihr Lehrgebaude weiteraus und verfestigte es ihrerseits zu eine Weltanschauung. die glaubte, die Erkenntnisse der Naturwissen-schaft ignorieren zu ko¨nnen. Durch die gegense-itige Verteidigungs- und Angriffshaltung wurde der Konflikt zwischen Theologie und Natur-wissenschaft immer groβer und geradezu insti-tutionalisiert.
Aber die Bibel ist sicher kein Naturkundebuch uber Weltent-stehung. sondern das Glaubensbuch und Glaubenszeugnis des Volkes Israel und der christlichen Gemeinde. Sie will keine na-turwissenschaftlichen Aussagen. sondern mit Hilfe der aus dem
damaligen Weltbild stammenden naturwissenschaftlichen Er-kenntnisse Glaubensaussagen machen. So ist der Scho¨pfungs-bericht als Bekenntnis zu Gott dem Scho¨pfungsbericht nicht eigentlich tiber den naturlichen Aufbau der Welt belehren will. Dazu ist der Schopfungsbehcht die Denkform. in dem die Men-schen jener Zeit gesprochen haben. Das bedeutet. die Weltbilder wandeln sich. aber Scho¨pfungsglaube ist unwandelbar und an kein Weltbild gebunden.
Der biblische Scho¨pfungsgedanke steht nicht im Gegensatz zum biologischen Evolutionsgedanke, weil durch den recht Ver-standenen Scho¨pfungsglauben und die neue Forschung tiber die Darwinsche Evolutionstheorie beide nicht mehr in einem falschen Konkurrenzverha¨ltnis stehen. Mit anderen Worten ist Evolution heute nicht mehr ein Gegensatz zur Scho¨pfung, sondern sie sind miteinander zu vereinbaren und zu einem fruchtbaren Dialog fa¨hig. Es handelt sich um zwei Denkweisen der Wirklichkeit. die aufeinander angewiesen sind.
Heute hat sich die Gespra¨chssituation zwischen Theologie und Naturwissenschaft vollig gewandelt. Durch die Ablo¨sung des mechanistischen Weltbildes. insbesondere durch die indetermi-nistische Auffassung der modernen Physik, hat man eine neue Di리ogsituation zwischen Theolo gie und Naturwissenschaft gefunden. Aufgrund des fundamentalen Wandels im Weltbild der Physik ist Gott fu¨r die Naturwissenschaftler
wieder denkbar geworden. D.h. der Abbau des Weltbiles der klassischen Physik hat zum mo dernen Dialog zwischen Theologie und Natur-wissenschaft beigetragen. In der Tat hat der erkennnistheoretische Umbruch in der modernen Physik. insbesondere der Quantenphysik wa¨h-rend der zwanziger Jahre im 20. Jarhundert. zu phnzipiellen Uberlegungen uber die Tragweite verobjektivierender Methoden AnlaB gegeben, da man in der Quantentheorie den Dualismus von Geist und Materie. von Subjekt und Objekt uberwunden zu haben glaubte.
Quantentheohe ist die Grunddisziplin der heu-tigen Physik, d.h. sie ist die Fundamentaidiszi-plin der ganzen heutigen Physik. weil sich mit der Entwicklung der Formulierung der Quan-tenmechanik im ersten Drittel 20. Jahrhunderts eine tiefgreifende Revolution in der klassischen Physik vollzogen hat. Ausgehend von der Ko-penhagener Deutung der Quantentheorie ist der Experimentator im Wechselspiel mit den Ele-mentarteilchen immer Zuschauer und Mitspieler zugleich. So ist die Quantentheorie nur interpretierbar. wenn man die Bezogen-heit der objektivierenden Naturbeschreibung auf den Beobachter explizit berucksichtigt. Bei v. Weizsa¨cker bedeutet das die U¨ber-windung einerseits des cartesischen Dualismus der Substanzen. andererseits des Glaubens an die Getrenntheit der Objekte. Die-ser erkenntnistheoretische Umbruch in der Quantenphysik wa¨h rend der zwanziger Jahre prizipielle U¨berlegungen tiber die Trag weite verobjektivierender Methoden veranlaβt.
In dieser Situation stehen viele Naturwissenschaftler nicht mehr in Gegnerschaft zur Theologie, sondern suchen mit ihr Ge-spra¨chskontakte. Der Dialog zwischen Theologie und Naturwi-ssenschaft wird in verschidenen Bereichen mit unterschiedlicher Zielsetzung gefu¨hrt. Dadurch hat der interdisziplina¨e Dialogauch
eine neue Dimension gewonnen. Er zielt nicht nur auf eine Ver-sta¨ndigung u¨ber methodische Fragen der Objektbeziehung. Son-dern geht sozusagen aufs Ganze. die Einheit des Wirklichen im gemeinsamen Gespra¨ch zu suchen.
Infolgedessen 1st heute sowohl von Seiten der Theologie als auch von Seiten der Naturwissenschaften eine neue Epoche der Beeeenung und ernes echten Dialogs angebrochen. Es gibt auch eine Grundsatzdebatte uber Glaube und Denken. u¨ber Glaube und Wissen, weil der Vorwurf ernes Gegensatzes zwischen Theo-logie und Naturwissenschaft durch neueste Erkenntnisse auf dem Gebiet der Naturwissenschaften zu widerlegen ist. Im cartesisch-physischen bzw. matehalistischen Weltbild, das in der Naturwissenschaft des 19. Jahrhunderts vorherrschen war, war kein Raum fu¨r die Realitat des Geistes. Aber in der Quan-
tentheorie wird ein Ereignis immer durch die Einheit des mentalen und des physischen Akts erzeugt. So wird im Rahmen der Quantentheorie der Dualismus von Geist und Matehe. von Sub-jekt und Objekt u¨berflussig. Dadurch vera¨ndert sich das Verha¨tnis von Theologie und Natur-wissenschaft grundlegend. Sie sind nach der Quantentheohe nicht mehr gegensa¨tzlich Son-dern komplemeta¨r. Mit anderen Worten hat die Quantentheohe das Tor zu einem neuen und weiten Ausblick auf das Verha¨ltnis von Natur-wissenschaft und Theologie geo¨ffnet.
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