Thomas Mann의 "Der Tod in Venedig"에 관한 연구 = Eine Untersuchung uber den "Tod in Venedig" von Thomas Mann
저자
황현수 (釜山大學校 人文大學 獨語獨文學科)
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학술지명
권호사항
발행연도
1983
작성언어
Korean
KDC
001.3
자료형태
학술저널
수록면
119-142(24쪽)
제공처
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Zusammenfassung
Die Novelle ist 1911/12 entstanden. Es ist kein Zufall, daß sich ahnliches wie im "Tonio
'Kröger" auch im "Tod in Veaedig" nachlesen laBt. Die Novelle ist zwar beinahe zehn Jahre
spater geschrieben; aber das alte Thema hat nichts von seiner Aktualitat verloren und erscheint nur in anderer Einkleidung. und in veranderte Konfiguration. Die Essenz ist geblieben. Im "Tod in Venedig" und in "Tonio Kröger" ist zum ersten Mal ein Schaffender die Zentralfigur. Die beiden Werke vervollstandigen das Bild von Thomas Manns damaliger Ansicht uber den Kunstler und das Kiinstlertum. Zwei Hauptgedanken sind in diesen Novellen enthalten: die, daB der Kunstler krank ist, im Gegensatz zum gesunden
Burger, auch die, daB der Kunstler ein Verfluchter ist, durch seinen schopferischen Drang
verflucht, sich dem Gefahrlichen und dem Bosen auszusetzen, verflucht, vom Leben aus-
geschlossen und seinen Mitmenschen entfremdet zu sein. Aschenbach ist sich des verdachtigen
Charakters des Kiinstlerlebens bewuBt. Das Hauptthema seines Lebenswerkes war immer:
Das fragwiirdige Wesen der Kunst, des Kunstlertums. Fur Aschenbach wird der Kunstler
schuldig durch seine Neigung zum Bosen: er fiihit, daB er eine Etappe in seinem Leben
erreicht hat, wo er nur durch ein Erstarken zum Bosen, Verbotenen, zum sittlich Un-
moglichen angetrieben wird. Was ihn nach Venedig treibt, ist, mit einem Wort, "Flucht-
drang", Reiselust, die Aschenbach selbst als "Sehnsucht ins Ferne und Neue" diagnostiziert,
als "Begierde nach Befreiung, Entbiirdung und Vergessen". Sie ist verstandlich nur von
der Haltung her, die Aschenbach bis dahin an den Tag gelegt hatte: einer Haltung des
Tapfer-Sittlichen, zur standigen Anspannung bereit, der "Durchhalten" zum Lieblingswort
geworden ist. Aschenbach hat sich immer "versichern durfen, daB "Zucht" das angeborene
Erbteil von vaterlicher Seite war, "Willensdauer" und "Zahigkeit". Selbstbeherrschung ist
seine Starke und das eigentliche Kennzeichen seiner Haltung, er selbst ein "Moralist der
Leistung", der Wurde gewonnen hat und dem deswegen kimstlerliche Form das Hochste
ist.
In Venedig, an der Grenze von Europa und Asien, fand Aschenbach jene "todliche Vollkommenheit", jene plastische Perfektion und makellose Selbstgemigsamkeit, die, er, als
eine ebensO gefahrliche wie verfuhrerische Moglichkeit, zeit seines Lebens in immer neuen
Variationen zu umkreisen suchte. Schon der "Tod in Venedig", Ausganspunkt jeder Betrach-
tung, die sich mit Thomas Manns Verhaltnis zur antiken Welt beschaftigt, erhellt die
Problematik des Schon-Vollkommenen in exemplarischer Weise: Griechisches erscheint hier
zum ersten Mal als Inbegriff jener reinen Verklarung, deren Meister der Ted ist. In seinem
Zeichen macht Aschenbach sich auf, die Schonheit zu suchen. Als er eines Maiabends iiber
den Friedhof geht, begegnet er einem Mann, der einen Spazierstock schrag gegsn den
Boden stemmt, dessen Lippen zuruckgezogen sind, so daB die Zahne weiB und lang
hervortreten: kein Zweifel, daB hier auf die antike Gestalt des Todes. Es ist auch Hermes
in der Gestalt des Totengeleiters, der durch das Wanderhafte der Erscheinung den Zogernden
folgen heiBt und ihn zu jener Reise ermutigt, von der er nicht mehr zuriickkehren soil.
Aschenbach unternimmt eine Reise in die Bezirke des Hades, aus denen allein die gottlichen
Figuren des Mythos ans Licht der Sonne emporsteigen konnen. Von Charon in der Gestalt
eines Gondoliere, der keine Lizenz besitzt, wird Aschenbach dorthin gefahren, wo ihn
Hermes, nun in der Gestalt des sconen Gotterkindes, erwartet.
Tadzio, der polnische Knabe, ubernimmt die Rolle des von weither kommenden Fremden
und gleitet den Folgsamen, erst langsam, dann schneller, zum vorausbestimmten Ende. Der
Knabe Tadzio, Hermes, wird zum Padagogen, der den alternden Aschenbach ins Reich der
Schonheit einfuhrt und ihn auf diese Weise vernichtet... ein Grundgedanke Thomas Manns,
der das nur Schone stets mit MiBbehagen und Zweifel betrachtete und seit dem "Tod in
Venedig" zu wissen erklarte, daB das Schone in der Vollkommenheit des Griechischen, das
Griechische wiederum in der Anbetung der makellosen Plastizitat des Leibes kulminiere.
Schonheit und Vollkommenheit verbinden sich leicht mit damonischer Kalte, und der
Ubergang ins Grenzenlose des Todes ist schwer erkennbar.
Am Beispiel der problematischen Schonheit und mit Hilfe des Eros-und Katabasis-Motivs
entwickelt Thomas Mann die Ziige des, Katabasis, Schonheit, Eros und Hermes sind die
stereotypen, sich in den Zentralwerken wiederholenden Zitate der Antike … wobei zu
beriicksichtigen ist, daB Eros(im platonschen Sinne) und Hermes als die beiden Vermittler
zwischen Mensch und Gott, als Verbinder von hiiben und driiben und Verwalter segensreichen
Austausches einander von vornherein verwandt sind, ja, im Grunde fiir Thomas Mann nur
,als verschiedene Erscheinungsformen eines Phanomens figurieren, so daB Hermes, der
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