토마스 만의 작품에 있어서의 신화의 수용 = Mythos-Rezeption im Werk Thomas Manns
저자
崔淳鳳 (서울대학교 독어독문학과)
발행기관
서울대학교 인문학연구소(Seoul National University Institute of Humanities)
학술지명
권호사항
발행연도
2000
작성언어
Korean
KDC
853.000
자료형태
학술저널
수록면
5-39(35쪽)
제공처
소장기관
In Thomas Manns Fru¨hwerken kehrt eine problematic wieder, die Friederich Schlegel "das unausweichliche Los der modernen literature" nannte: die Spannun zwischen dem Einzigartigen und dem Typischen, dem Singula¨ren und dem Allgemeinu¨ltigen, dem Interessanten und dem Mythischen. In gewissen Jahren, wie Thomas Mann sagt, kommt der geschmack an allem bloβ Individuellen und Besonderen, dem Einzelfall, dem "Bu¨rgerlichen" allma¨hlich abhandn. In den Vorgrund des interesses tritt dafu¨r das Typische, Iimmer-Menschliche, Immer-Wiederkehrende, Zeitlose, kurz: das Mythishe. Denn "das Typische ist das mythische, insoern es Ur-Norm und Ur-Form es lebens ist." Im Leben der Menschheit stellt das Mythische zwar eine fru¨he und primitive Form dar, im Leben es einzelnen aber eine spa¨te und reife.
Thomas Manns hinwendung zum Typischen ist die konsequente Fortsetzung des literarischen Typusbegriffs, den das neunzehnte Jahrheundert entwickelt und der bu¨rgerlich-realistische Roman zu seinem a¨sthetischen Dogma ergoben hatte. Die stilistische Hinwendung vom Bu¨rgerlich-indiiduellen zum Typischen und Mythischen wurde zu seinem kennzeichnenendsten Stilmerkmal und bildete zugleich den Ausgangspunkt fu¨r seine Spa¨twerke. In der Zeit, wo der erste Band des Joseph-Romans ershien, stand das Wort 'Mythos' in einem u¨blen Geruch. Der Mythos war zu oft miβgebraucht worden. Thomas Mann hielt es dabei fu¨r no¨tig, sich gegen den faschistischen Miβbrauch des Mythos zu verwhren, gegen jene "irratonale" Mode. Was ihm vorschwebte. war "humanisiserter Mythos", der den Einzelnen oder auch eine Gemeinschaft zu binden vermochte, ohne sie der Freiheit zu berauben. In diesem Sinne wurde der Mythos im Joseph-Roman "dem Faschismus aus den Ha¨den genommen und bis in den letzten Winkel der Sprahe hinein humanisiert." Mit Ironie und Humor macht sich Thomas Mann im Joseph-Roman an die Auflo¨sung dieses Problems.
Als tektonisches Prinzip der Welt vom Joseph-Roman verwendete Thomas Mann die lehre der Metempsychose und die Kunst des Wagnerschen Letimotivs. Schopenhauers Lehre, daβ der Tod keine Macht habe u¨ber unser Wesen, welches unzersto¨rbar sei, gru¨ndet sich auf den Glauben an das 'Nunc stans', das stehende Jetzt, das ewige Einssein im herzen der wandelnden Zeit, eine Idee, die auch Nietzsche die ewige Wiederkehr des Gleichen nannte.
Im Zauberberg wurde mit Hilfe der Zetiform des mythische Zeiterleben dargestellt. Im Josph-Roman ist das 'Nunc stans' verbunden mit der leitmotivischen Formel des "Einst", des in seinem "Doppelsinn von Vergangenheit und Zukunft" zugleich des "zeitlos Gegenwa¨rtige", die "Ladung potntieller Gegenwart" in sich schlieβt.
Mythos dient zur Veranschaulichung psychologischer Problematik oder philosophischer Schemata, und der Mythos sichert die Form. Das Nachahmen ist die mythische Identifikation. Das Leben heiβt: "in-Spuren-gehen". Die Frmel des Mythos heiβt: "Ich bin's." Das bedeutet die Identifikation der Individuation mit dem mythischen Kollektiv. Der Mythos ermo¨glicht die Anlehnung an vorgepra¨gte Formen. Alle Gestalten des Joseph-Romans vergegenwa¨rtigen mythische Muster. Unbewuβt vollzieht sich die Wiederverko¨rperung dieser Muster. jospeh identifiziert sich mit 'dem mythischen Kollektiv', aber er tut es bewuβt. Er lo¨st sich aus 'dem mythischen Kollektiv.' Der metaphtsische Aspekt ist in ihm subjektiviert und damit ins Psychologische umfunktioniert. Dasein heiβt fu¨r ihn: eine Rolle spielen. Sein leben ist bewuβte mythische nachfolge. Er ist gleichzeitig gebunden und frei. Das sich befreiende Ich ist ein ku¨nstlerisches ich. Demnach ist Joseph ein Ku¨nstler. 'Humanisierung des Mythos' heiβt: 'die Geburt des Ich aus dem mythischen Kollektiv.'
"Vergegenwa¨rtigung des Mythos" bedeutet ein Genaumahen. Sie bedeutet erstens die Psychologisierung der in Mythos musterhaft-typisch auftretenden Gestalten. Und zweitens bedeutet sie die "Realistion" der Umwelt mit Hilfe unza¨hliger exakter Einzelheiten. Dabet hat alle Realisation nur Spielcharakter, und die erzwungene Vergegenwa¨rtigung kann nur ironisch und humoristisch gemeint sein. Der Mythos ist vieldeutig. In seiner Vieldeutigkeit entspricht er er Bewuβtseinslage des modernen Menschen und kann Symbol fu¨r die Zweideutigkeit werden. Mythos ist nicht einfach Erza¨hlung von vergangenen Go¨ttern. Mythos wirkt stets als eine besondere Macht, die den einzelnen Menschen und ganze Gemeinschaft in ihrem Denken und Tun zu pra¨gen vermag. " Die analytische Einsicht ist weltvera¨ndernd", sagt Thomas Mann, "ein heiterer Argwohn ist mit ihr in die Welt gesetzt. Erinfiltriert das Leben, untergra¨bt seine rohe Naivita¨t, nimmt ihm das Pathos der Unwissenheit, betreibt seine Entpathetisierung." Thomas Mann versuchte in den Spa¨twerken eine "Sprache u¨ber den Sprachen" zu schaffen. Diese U¨bersprache sho¨prt aus vielerlei Quellen, verbindet Modernes und Altes; sie u¨berspielt die Grenzen der Einzelsprachen und versucht in U¨ernationalen zu schweben. Hinter den Spa¨twerken Thomas Manns steckt ein humanistisches Programm. "Humanisierung des Mythos" bedeutet auch Aufkla¨rung des Menschen zur U¨berwindung der individuellen und nationalen Begrenztheit.
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